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Die Spannung steigt

Dieser Vulkan ist eine Diva, schrieb ich im September in einem früheren Blogbeitrag. Wie wahr! Der Agung hat eindeutig einen sehr individuellen Stil und lässt sich nicht in die Karten blicken. Weder mit Statistiken noch mit Erfahrungswerten ist ihm beizukommen. Das ominöse Beben gestern Nachmittag deutete eigentlich darauf hin, dass innert kurzer Zeit etwas Dramatisches passieren würde. Doch nichts geschah. Im Gegenteil: Die Lage schien sich etwas zu entspannen. Sogar der Flughafen konnte vor ein paar Stunden seine Pforten wieder öffnen. Doch dann, um etwa 17:00 Uhr hiesige Zeit, bebte die Erde erneut langanhaltend. Die Spannung steigt, sofern das überhaupt noch möglich ist.

Während gestrandete Touristen wortreich über die mangelnde Organisation der balinesischen Behörden schimpfen und über ihre dramatische Rettung vor dem Vulkan berichten, bahnt sich rund um selbigen ein echtes Drama an: Die Weisung der Behörden lautet, dass alle Menschen die Sperrzone von 10 km um den Krater verlassen müssen. Das tun jedoch anscheinend bei weitem nicht alle. Sollten die Zahlen stimmen, haben nicht einmal die Hälfte der Bewohner die Sperrzone verlassen. Wenn in den nächsten Stunden oder Tagen wirklich wie befürchtet eine grosse Eruption erfolgt, könnte es Opfer geben, womöglich viele Opfer. Wir sind ratlos, weshalb die Balinesen diese behördlichen Anordnungen missachten.