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Stufe 3

Nach über 4 Monaten der höchsten Alarmstufe 4 für den Vulkan konnte die Stufe nun endlich am 10. Februar herabgesetzt werden. Die Sperrzone rund um den Krater wurde von 6 auf 4 Kilometer reduziert. Da dieser Bereich sowieso unbewohnt ist, können jetzt auch die letzten 20'000 Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren.

Grund für diese Entscheidung war die Summe der Tatsachen, dass die seismische Aktivität sehr zurückgegangen ist, die Konzentration der vulkanischen Gase ebenfalls rückläufig ist und die Deformation des Berges, der sich in den letzten Monaten durch die Lava in seinem Inneren aufgebläht hat, stabil ist oder sogar zurückgeht. Obwohl die Behörden nach wie vor zu Wachsamkeit aufrufen, geben all diese Zeichen begründeten Anlass zur Hoffnung, dass der Vulkan nun wieder in tiefen Schlaf versinken wird, ohne noch grösseren Schaden anzurichten.

Denn trotzdem es zu keinem grösseren Ausbruch gekommen ist, ist der Schaden, der seit September durch den Vulkan angerichtet wurde, für viele Balinesen erheblich. Vor allem die Menschen, die im näheren Umkreis um den Berg herum leben, haben viel verloren: Sie hatten kein oder weniger Einkommen, haben Ernteausfälle zu beklagen, weil sie ihre Felder nicht bestellen konnten und mussten finanzielle Verluste durch den erzwungenen Verkauf von Nutztieren in Kauf nehmen. Einige der Flüchtlinge stehen nun, da sie nach Hause zurückkehren "dürfen", buchstäblich vor dem Nichts. Sie werden jetzt womöglich nicht einmal mehr die Unterstützung durch Regierung und Hilfsorganisationen haben, die sie in den Flüchtlingslagern versorgt hatten.

Auch hier bei uns in der Region Amed sieht es nicht rosig aus. Noch immer sind verschiedene Hotels, Dienstleistungsbetriebe und Restaurants geschlossen. Noch immer sind viele Menschen arbeitslos oder wurden zwangsweise auf Teilzeitarbeit gesetzt. Falls sich die Besucherzahlen bis zur nächsten Hochsaison wieder erholen, könnte sich die Lage in den Sommermonaten Juli/August stabilisieren. Und ab 2019 könnte man dann zaghaft an Wirtschaftswachstum denken. Sofern der Vulkan nicht wieder hustet.