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Drei Monate Helfen

Bericht über unsere laufenden Projekte

Seniorenhilfe: In den drei Monaten von Dezember 2017 bis Ende Februar 2018 haben wir 775 warme, gesunde Mahlzeiten an alte, kranke und gebrechliche Menschen verteilt, die weit verstreut in den Hügeln unseres Dorfteils Lipah leben. Nicht nur die Senioren sondern auch deren Familien sind äusserst dankbar für die Unterstützung. Ausserdem wurden 3 Seniorenhaushalte mit 250-Liter-Wassertanks ausgerüstet.

Gesundheit: Im selben Zeitraum wurden 19 alte Menschen in den Hügeln von Lipah von Dr. Gandi in deren Zuhause medizinisch behandelt.

Seit Januar 2017 haben diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen der Stiftung «Rumah Sehat Yayasan Kita Peduli» im Rahmen einer gegenseitigen Vereinbarung an einem zentralen Platz in den Hügeln Lipahs 130 Patienten medizinisch versorgt.

Für einen schwerstkranken Dialysepatienten aus Bunutan übernehmen wir seit Januar 2018 zwei Mal wöchentlich den Hin- und Rücktransport in die 100 Km entfernte Dialysestation eines Spitals in Denpasar. Dank der regelmässigen Behandlungen ist die Lebensqualität des erst 30-jährigen Mannes signifikant gestiegen.

Für einen Buben von etwas über zwei Jahren haben wir im Dezember 2017 die Behandlung in einem Spital initiiert und die Transportkosten dorthin übernommen. Der Junge konnte zuvor nicht auf seinen Beinen stehen und hat oft vor Schmerzen geweint. Nach gut zwei Monaten regelmässiger Physiotherapie ist er bereits in der Lage zu gehen.

Ausbildung: Seit Januar 2018 vergeben wir monatlich zwei Stipendien an hochmotivierte Studenten in unserem Dorf. Es betrifft einen Schüler der High-School in Amlapura und eine Studentin der Universität Denpasar. Die Stipendien dienen dazu, einen Teil der Transportkosten, Studiengebühren und Kosten für Lehrmittel zu finanzieren. Etwa die Hälfte der Kosten erbringen weiterhin die Eltern. Diese finanzielle Unterstützung werden wir so lange fortsetzen, bis die Eltern genügend Einkommen erzielen, um die Kosten der Ausbildung ihrer Kinder wieder gänzlich selbst zu tragen.

Bericht über unsere neuen Projekte

Krankenstation: Bisher mussten die Kranken in Ermangelung eines besseren Ortes auf dem Vorplatz eines kleinen Shops, hoch in den Hügeln von Lipah, behandelt werden. Das ist weder für die Patienten, noch für das Pflegepersonal von «Rumah Sehat» eine auf Dauer akzeptable Lösung. Wir fassten deshalb den Plan, eine einfache, aber zweckmässige Krankenstation zu errichten. Der Besitzer des Shops bot uns ein kleines Grundstück neben seinem Laden an. Schnell waren wir uns einig, dass er das Land kostenlos, und wir die finanziellen Mittel für den Bau zur Verfügung stellen würden. Ausgeführt würde der Bau durch die Dorfbewohner, unter Anleitung und Überwachung eines bezahlten Vorarbeiters. Die Bauzeit wurde mit etwa zwei Wochen veranschlagt. Mit dem Besitzer des Landes vereinbarten wir, dass er uns am folgenden Tag zuhause aufsuchen werde, um mit uns die Einkaufsliste der Baumaterialien zu besprechen. Wir waren äusserst erfreut, dass unser kleines Projekt so reibungslos und schnell würde realisiert werden können. Doch die Freude sollte nicht lange währen. Anstatt des Besuchs des Besitzers erhielten wir am folgenden Tag leider die Nachricht, dass er sein Angebot zurückgezogen habe. Aktuell sind wir wieder im Gespräch mit anderen Landbesitzern und sehr gespannt, ob es dieses Mal klappen wird.

Trinkwasserversorgung: Die Trinkwasserversorgung der Menschen in den Hügeln von Lipah ist prekär. Die bestehende Anlage ist vor etwa acht Jahren mit Mitteln des Rotary Club Ubud gebaut worden. Die harschen Umweltbedingungen, mangelnder Unterhalt und der Zahn der Zeit haben dazu beigetragen, dass die Wasserversorgungsanlage ihre Lebensdauer erreicht hat. Sie muss dringend erneuert und erweitert werden. Letzteres, weil sich die Bevölkerungszahl in den Hügeln seither auf etwa 600 Personen fast verdoppelt hat. Der grösste Teil des Zuwachses ist darauf zurückzuführen, dass die Bodenpreise im Flachland an der Küste in den letzten zehn Jahren explodiert sind und weiter steigen. Der Preis für einen einzigen Quadratmeter Land entspricht heute einem Monatseinkommen. Die Menschen können sich das nicht leisten, und weichen in die sehr steilen Hügel aus, wo das Land noch erschwinglich ist. Dafür müssen sie in Kauf nehmen, dass es kaum Zufahrt, keinen Strom und kein Wasser gibt.

Zusammen mit Gilbert Murbach, einem befreundeten Schweizer, der im Süden des Landes erfolgreich ein Elektroinstallationsgeschäft betreibt, und der sich von unserem Projekt begeistern liess, sind wir daran, die Details auszuarbeiten. Wir sind äusserst dankbar für sein Fachwissen und seinen Enthusiasmus. In den letzten Wochen waren wir mehrere Male in den Hügeln bis auf über 400 M.ü.M., um die Dimensionen der Installation zu vermessen und die Leitungsführung zu erkunden, was in dem unwegsamen, steilen Gelände keine einfache Sache ist, erst recht nicht während der Regenzeit. Nachdem wir die wesentlichen Daten gesammelt haben, arbeiten wir an der Erstellung des Detailplanes inklusive Kostenberechnung. Eine erste grobe Schätzung ergibt Gesamtkosten von rund IDR 280'000'000, umgerechnet ca. CHF 20'000. Sobald wir unsere Detailplanung erarbeitet und mit der Bevölkerung abgestimmt haben, werden wir detailliert berichten und hoffen dann, dass uns unsere grosszügigen Spender auch in diesem wichtigen Projekt unterstützen werden.

Der zwei-jährige Bub kann nach der Therapie im Spital von Amlapura endlich ohne fremde Hilfe stehen und laufen.